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snow#344 Offline



Beiträge: 1

01.05.2009 10:23
Null Bremsdruck -ALPTRAUM eines jeden Racers antworten

Oschersleben 18.19.04.09. Mein Kumpel Acci und ich nehmen am Training mit Speer Racing teil.
Für Tag 2 steht auch ein Rennen auf dem Plan.

Der 1. Tag ist vom Wetter her gesehen nicht besonders prickelnd. Es regnet – aber wiederum nicht genug, um auf Nass umzurüsten.
Wir warten die ersten beiden Turns ab. Dann geht`s. Zumindest ist die Ideallinie aufgetrocknet.
Ein erster "Rutscher": Ich lenke am Ende der Start – Ziel – Gerade auf der Ideallinie in die 90 Grad Linkskurve ein. Das Hinterrad rutscht leicht ab, gerät dabei auf den noch nassen Streifen, so dass das Heck sofort ausbricht.
Meine ¾ Gixxi dreht sich sanft unter meinem Hintern weg. Wir rutschen von einander getrennt über den Asphalt in `s Kiesbett. Das Feld zieht mit Kumpel Acci derweil an mir vorüber.

Moped und ich, wir sind okay. Verkleidung ein wenig verschrammelt und Schalthebel verbogen. Alles also glimpflich verlaufen.

Der 2. Tag:Toll! Der Regen bleibt uns erspart. Die Sonne kommt sogar durch. Das ist gut so, denn heute finden auch die Qualifiyngs für die Rennen in den verschiedenen Klassen statt. Acci und ich, wir haben uns für die Klasse Superbikes (600ccm – 750ccm) genannt.
Insgesamt stehen 38 Racer auf der Startliste. Am Ende der Zeitläufe stehen Acci auf Startplatz 16 und ich auf Rang 18.

Im letzten freien Turn vor dem Rennen muss ich einen herben Tiefschlag verdauen.
Ein 2. Sturz wirft mich im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rennen.
Mit viel Zug auf der Kette fahre ich im 2. Gang aus der Rechtskurve in die Einfahrt Start – Ziel und drehe bis zur Brücke den 6. Gang nahezu voll aus. Bei gefühltem Speed von 250 km/h schmeiße ich den Anker kurz nach der Brücke, bedeutend später als gewöhnlich.

Plötzlich aber passiert es. Ich will`s noch nicht glauben und ziehe den Hand-Bremshebel rasch ein zweites Mal. Das Blut stockt mir förmlich in den Adern. Es ist tödliche Gewissheit: Ich habe Keinen Druck – absolut NULL DRUCK AUF DER HANDBREMSPUMPE! Der wahre Alptraum eines jeden Racers!
An ein Einlenken in die 90 Grad Kurve am Ende von Start-Ziel ist bei diesem Speed nicht zu denken. Mir schießt durch den Kopf: Dies ist mein Ende!
Ich bin nicht mehr Rider des Geschehens. Stehe wie ein Jockey auf den Rasten, während meine ¾ Gixxi das Kiesbett der Länge nach durchpflügt.

Kurz bevor wir den stoßabsorbierenden Reifenstapel erreichen, springe ich ab.
Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis mir dämmert, was da soeben abgegangen ist und wie viel Glück mal wieder mit im Spiel war: Ich lebe!

Nach der Rückkehr auf dem Lader des „Lumpensammlers“ in `s Fahrerlager begebe ich mich mit Kumpel Acci an die Schadenaufnahme. Sie fällt besser aus als zunächst befürchtet. Nichts scheint kaputt, was sich nicht kurzfristig austauschen und/oder mit Kabelbinder hinbiegen und flicken lässt.
Der Grund für das Desaster mit der Handbremse ist auch schnell gefunden: Die Holschraube an der Handbremspumpe hat sich losgerattert.

Beim Doc in Münster erfahre ich 3 Tage später nach einer Röntgenaufnahme, dass ich diesmal Glück habe und es weder eine Rippenstück- noch eine Rippen-Serien-Fraktur ist, sondern nur die 2. und die 3. Rippe durch sind. Mein Doc meint, ich sei in diesen Dingen schon reichlich erfahren und wisse: „(…)die Heilung kommt mit der Zeit von selbst.“ Will heißen: Er kann in diesem Fall nichts für mich tun.
In den nachfolgenden Tagen werde ich immer wieder gefragt, ob ich bei dem ganzen Desaster noch Zeit hatte, runter zu schalten oder die HB zu benutzen
Die Antwort ist simpel: Nein! Der Schreck saß so unendlich tief, dass ich nicht mehr an `s Schalten und auch nicht an die HB dachte, wohl aber Sekundenbruchteile an MEIN ENDE!
Ehe ich dann die HB erwischte, war ich schon im Kiesbett. Ich gestehe: Mehr Routine, und es hätte mit Runter-Schalten und der Hinterradbremse klappen können, das Moped noch so abzustoppen, dass ich bei der Länge der Auslaufzone nach der Start Ziel am Ende nicht das gesamte Kiesbett hätte „durchpflügen „ müssen.
Ich gehöre wohl auch zu denen, die nicht unbedingt süchtig sind nach der HB. Nach diesem Erlebnis werden sich für mich zwei Dinge auf jeden Fall ändern: a) sämtliche Schrauben mit Textmarker markieren und b) den rechten Fuß am B-Hebel trainieren. Erst` mal aber werden noch die „Wunden“ geleckt
Zu den „mitgebrachten“ Verletzungen gesellen sich nun zwei weitere geknackte Rippchen dazu.
Mein Body gleicht im Moment einer „Baustelle“. Dennoch: Mir geht `s so weit okay und ich freue mich schon auf das nächste Rennstrecken – Event in OLeben. So bin ich eben – völlig verrückt!

Mit sportlichen Chupa-Chups-Grüßen
Sharon #344
_________________
racing is life.everything else is just waitin.

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